Sommerlager 2004 in Bernkastel Kues


Jetzt ist es mal wieder soweit:
Das Lager ist vorbei, alle sind wieder gesund zu hause angekommen, langsam trudeln auch alle Lagerfotos bei Sven ein und weil’s halt so „Tradition“ ist, muss auch wieder ein Lagerbericht geschrieben werden.. Tja, wie es aussieht, muss ich eben diesen Bericht wieder schreiben, gut, so sei es:

Auch dieses Jahr zogen wieder mutige Wegberger Pfadfinder ausf, um die Welt zu entdecken. Nun gut, man sollte nicht nur die große, weite Welt kennen lernen, sondern auch das, was in nicht allzu weiter Ferne liegt. So begab es sich, dass unser diesjähriges Sommerlager in Bernkastel – Kues, an der Mosel statt.
Schon ein paar Tage vor dem „Hauptkontingent“, das am Montag dem 26.08. auf der Bärenhalde eintraf, machte sich der Vortrupp, bestehend aus Thorsten und einigen Jungs, auf den Weg nach Bernkastel. Als wir dann an besagten Montag mit dem voll gepackten Bus, den „unser“ Uwe wieder sicher ans Ziel gesteuert hatte, auf dem kleinen Parkplatz unterhalb der Bärenhalde ankamen, überbrachte uns der Vortrupp, die frohe Botschaft, dass wir unser Gepäck das letzte Stück selbst den Berg hochbringen mussten, da selbst der gute Uwe mit seinem Bus nicht den Berg hochkäme.. Nun gut, frisch ans Werk, doch einige andere werden wie ich gedacht haben „mist, schon wieder zu viel eingepackt..“ aber da hilft auch kein Jammern, das Gepäck trägt sich ja schließlich nicht von selbst und wozu sind wir Pfadfinder? Furchtlos, mutig.. aber lassen wir das! Als sich auf der Bärenhalde schließlich ein Berg von Rucksäcken, Isomatten und sonstigem auftürmte, wurde es Zeit die Zelte auf zu bauen. Die Leiterjurte und das Küchenzelt standen bereits, so wurden noch 2 Sudans für die Juffis Jungs, einer für die Juffi Mädchen, sowie 2 Jurten für die Pfadfinderstufe aufgebaut. Auch Karl-Heinz richtete sich in seiner Kote häuslich ein und schon bald war die Bärenhalde ein richtiges Zeltlager. Schnell wurde auch noch ein Bannermast errichtet und das Lager konnte beginnen.

Das tat es auch, denn bereits am nächsten Tag stand ein Kennenlernspiel in Bernkastel auf dem Programm. Hierzu wurden alle Stufen „bunt“ durcheinander gemischt, was nicht wirklich bei jedem Anklang fand, aber nun ja, so ist das im Leben. Vormittags brachen alle Gruppen auf und begannen mit der Beantwortung von „Sabines spezial Fragen“. Gegen Mittag trafen sich alle auf dem Moselparkplatz auf der Kueser Seite um sich dort über die mitgebrachten Dinge aus der Verpflegungskiste herzumachen. Nach einem ausgedehnten „Mahl“ ging’s weiter mit Stadtspiel 2. Teil. Gegen Abend machten sich dann alle wieder auf den Rückweg zur Bärenhalde und oben angekommen, waren die meisten auch recht müde und hatten genug vom hin und her laufen.
Am folgenden Tag stand auch schon der erste Ausflug an. Mit einem örtlichen Busunternehmen fuhren wir nach Idar – Oberstein, wo wir als erstes einen Edelstein-Verarbeitenden-Betrieb besuchten. Dort hatte dann Ramona die Ehre, mit Hilfe eines freundlichen Mannes, selbst einen Edelstein zu schleifen. Ich bin mir fast sicher, dass sie das sehr genossen hat ;-) Anschließend bekam dann noch jeder einen Edelstein geschenkt. Von da aus ging’s weiter ins Zentrum von Idar – Oberstein, wo es die Felsenkirche gibt, die man sich in punkto Kultur, nicht entgehen lassen kann. Also sind wir alle rauf auf den „Berg“ und rein in die Kirche, das kam uns bei den Temperaturen gelegen, genauso wie das Eis, dass fast alle in der Freizeit nach dem Kirchenbesuch, in derselben Eisdiele genossen haben. Aber das war noch längst nicht alles, oh nein. Im Anschluss besuchten wir noch eine Edelsteinmine im Steinkaulenberg. Hier wurde jeder mit einem wunderschönen Helm ausgerüstet, in das Bergwerk geschickt. Natürlich nicht allein, sondern mit einem Führer, der einige Interessante Dinge über den Abbau und die Entstehung von Edelsteinen zu berichten hatte. Danach war’s dann aber langsam Zeit fürs Abendessen und so fuhren wir dann auch wieder zurück Richtung Bärenhalde. Und so neigte sich, mit Lagerfeuer und Ballspielen, wieder ein Lagertag dem Ende entgegen.

Am Donnerstag war es für die Pfadfinderstufe auch schon langsam an der Zeit, sich auf die Hike vor zu bereiten. So wurden bereits einige Rucksäcke gepackt (nicht alle, denn einige lasse sich mit so was Zeit, oder Jonas?) und andere Materialien wie Kotenplanen und Schnüre zusammengesucht. Mit den Juffis haben wir morgens begonnen, einen Pizzaofen zu bauen. Das war ja wieder ne richtige Sauerei.. Mit Schieferplatten und ganz viel Dreck, haben wir dann auch einen ansehnlichen Ofen, der sogar voll funktionsfähig war, zu Stande gebracht. Es wurde auch wieder an eine na ja, sagen wir „Tradition“ aus dem letzten Sommerlager angeknüpft. Da die Sonne „was konnte“ und es richtig warm war, tauchten plötzlich wieder jede Menge Wasserpistolen aus den Rucksäcken auf, eine größer als die andere! So kam es dann auch, dass man als unschuldiges „Opfer“ mitten ins Schlachtfeld geriet und eins fix drei klatschnass war. Ja, es ist nicht immer einfach. J
Am Nachmittag sind dann diejenigen, die wollten, ins Bernkastler Freibad gepilgert. Dort haben wir uns auf der Liegewiese breit gemacht und schnell auch das Becken.

Aber viel besser war, dass man in dem Schwimmbad zivilisiert, sprich: WARM (!), duschen konnte! Zurück auf dem Lagerplatz wurde dann unser neuer Ofen eingeweiht. Ich weiß nicht genau, wie viele Pizzen wir gebacken haben, aber alle warenf recht begeistert, obwohl unser Ofen auf der Zielgeraden leicht zu schwächeln anfing…

Am Freitagmorgen wurde es dann mit einem Mal wesentlich ruhiger im Lager, da die Pfadfinderstufe auf Hike ging. Die Mädels (Sven eingeschlossen) machten sich in Richtung Traben – Trabach auf den Weg, während die Jungs sich Richtung Trier hielten. Aber auch für die Juffis und uns Leiter wurde es langsam Zeit für die Vorbereitung unserer Hike. Und wir wurden in die Geheimnisse des Weins eingeweiht. Beim einem Besuch des Weinguts vom Friedl Dillinger in Bernkastel, lernte wir den Weinkeller und auch den Wingert näher kennen und bekamen bei einer kühlen Traubensaftschorle noch einige Informationen über den Wuchs der Weinreben, die Ernte der Trauben und die Endgültige Gewinnung des Weines. Gegen 22.00 kündigte sich dann auch Nina, mit Motorengeheul an, da sie mit mir und den Juffis auf Hike gehen sollte, kam sie extra zu uns auf die Bärenhalde (ohne Fön und warmes Wasser..) .

Am Samstagmorgen sind dann auch wir auf Hike gegangen. Obwohl die Jungs und wir Mädels die Nacht gemeinsam in einem Haus in Veldenz verbringen sollten, machten wir uns dennoch getrennt auf den Weg. Und es kam wies kommen musste:
Anfangs waren wir noch recht schnell auf dem richtigen Weg unterwegs. Sogar Monzelfeld erreichten wir vor den Jungs. Na ja, danach müssen wir irgendwo falsch abgebogen sein und standen plötzlich, sehr erstaunt, auf dem Olymp, mit einem wunderschönen Blick über Schloss Landshut, Bernkastel, die Kueser – Seite und auch die Mosel. Die Aussicht war wirklich toll, nur wurde uns hier unweigerlich klar, dass wir uns verlaufen hatten! Da half auch kein Jammern der Mädels, es ging munter weiter. Als wir dann, nach Auskunft von zwei Einheimischen, wieder in Monzelfeld waren, fand sich der richtige Weg auch schnell wieder. Gut, wir kamen unter lauten Gejohle der Jungs etwa eine Stunde später als sie in Veldenz an, aber was soll ich sagen, Götter gehören halt auf den Olymp, und die Aussicht war wirklich schön J Nachdem sich alle wieder etwas beruhigt hatten, haben wir dann noch gemütlich gegrillt und nach großer Anstrengung unsererseits, herrschte gegen 23.00 Uhr schließlich Nachtruhe !

Der nächste Morgen wurde dafür recht stressig. Karl – Heinz hatte die Information bekommen, dass ab Mühlheim ein Schiff bis nach Bernkastel fährt. Allerdings hatten wir bis zu dessen Abfahrt nur noch knapp eine ¾ Stunde Zeit und 4km vor uns. Da hieß es also alles zusammenpacken und alle zur Eile antreiben. So kam es, dass Sprüche wie „du bist erst nah genug an deinem Vordermann, wenn du sehen kannst, was unter seiner Schuhsohle klebt!“ geprägt. Aber was soll ich sagen, es hat gewirkt und wir waren pünktlich in Mühlheim an der Anlegestelle. Erleichterung in aller Augen als dann auch schließlich das Schiff auf uns zufuhr. In Bernkastel angekommen, haben wir erstmal auf dem Moselparkplatz in Kues gefrühstückt und uns für den „Aufstieg“ auf die Bärenhalde gestärkt. Gegen Mittag waren wir dann auch wieder auf dem Lagerplatz und eine angenehme Ruhe machte sich breit. Den Rest des Tages wurde dann noch ausgepackt und mehr oder weniger geruht.

Am Montag wurde als erstes eine Inspektion durchgeführt. Das Ergebnis war milde gesagt, erschütternd! Und so kam es, dass erst das Mädchenzelt in sich zusammensackte und kurze Zeit später auch die beiden Juffi Jungen Zelt, auf Grund fehlender Mittelstangen an Form verloren. Ja, schade, aber gegen Mittag herrschte in allen drei Zelte wieder Ordnung! Kurz nach der Inspektion fuhr dann auch Nina wieder nach Hause, da sie ja nur für die Hike zu uns gekommen war. Am Nachmittag begannen dann auch die Vorbereitungen für die Lagerolympiade, die am folgenden Tag stattfinden sollte. Es gab einen Hindernislauf, ein Schubkarrenrennen, Ballwerfen und vieles mehr. Ich muss sagen, wir hätten den Olympischen Spielen schon fast Konkurrenz machen können, denn gedopt wurde bei uns auch, allerdings mit harmloser Brause. Am Abend gabs dann wieder ein Lagerfeuer und ab 22.00 war Nachtruhe. Hm, sagte ich Nachtruhe? Na ja, bis 4.00 war es ruhig. Dann nämlich kamen die Pfadfinder Jungen auf die Bärenhalde um das Lager zu überfallen. Einige der Juffizelte wurden kurzer Hand abgespannt oder Zeltstangen mitgenommen. Und unsere Glocke wurde gestohlen! Nach dem kurzen Besuch wollte aber keine rechte Ruhe mehr einkehren, alle waren ziemlich aufgeregt und schmiedeten bereits Rachepläne. Die Aufregung erreichte jedoch ihren Höhepunkt, als am späten Morgen plötzlich unsere Glocke zu hören war. Ja, die Pfadfinder waren wieder da und unsere Glocke auch, nur wollten sie diese nicht ohne ein „Lösegeld“ rausrücken. Aber auch die Juffis hatten eine Geisel, da Tim bei der nächtlichen Aktion leider seine MagLite verloren hatte. Rivalitäten zwischen Juffis und Pfadfindern zum Trotz, wurde dann die Lagerolympiade durchgeführt, die aber wegen hohen Temperaturen gegen Mittag abgebrochen wurden. Am Nachmittag sollten sie fortgesetzt werden, doch dazu kam es auf Grund von aufgeschaukelten Streitereien nicht mehr und nach einer Aussprache herrschte für diesen Tag erstmal Ruhe.

Am Mittwoch war für die Juffis wieder ein Ausflug geplant. Während die Pfadfinderstufe sich beim Kanufahren auf der Mosel abmühte, fuhren wir in einen Vergnügungspark, mit eingeschlossenem Wildgehege. Die Kinder hatten trotz einiger Regenschauer mächtig Spaß und der Tag verging recht schnell. Kurz vor dem Abendessen trafen dann auch die Pfadfinder geplättet wieder im Lager ein. Langsam aber sicher neigte sich das Lager nun schon dem Ende zu, aber ein wenig Zeit hatten wir ja noch.

Donnerstag war der Tag des Weines. Zuvor mussten jedoch noch die Vorschläge für die Lagerfete am Freitag, in der Küche abgegeben werden, da auch in diesem Jahr jede Gruppe, an dem großen Buffet mitarbeiten sollte. Am Nachmittag brachen die Pfadfinderstufe und alle Leiter, die Lust auf eine Weinprobe hatten, zum Weingut Dillinger auf, während im Lager Thorsten auf die Juffis aufpasste. Auch bei diesem Besuch des Weingutes, bekamen wir einen Weinkeller und den Wingert oberhalb von Bernkastel zusehen. Danach fand im Weingut selbst eine Weinprobe statt, bei der uns vier verschiedene Weine, von trocken bis lieblich, zur Probe gereicht wurden. Jeder hat seinen eigenen Geschmack, aber niemand verzieht das Gesicht so schön wie unser Zwenny (zum Glück wurde das auf Fotos dokumentiert!). Trotz des getrunkenen Weines kamen alle heil wieder auf der Bärenhalde an.

Am Freitag, dem vorletzten Lagertag, herrschte schon geschäftiges Treiben. Alles was nicht mehr benötigt wurde, wurde bereits abgebaut. So verschwanden bereits alle Vorzelte und einige Wergzeuge wurden weggeräumt. Nur Karl – Heinz schlug aus der Reihe, da er jetzt erst seine Hängematte zwischen zwei Bäumen aufspannte.

Nach und nach konnten dann auch alle Gruppen in die Küche, um die Gerichte für den Abend vorzubereiten. Die Pfadfinder Mädchen (Sven wieder eingeschlossen J) fuhren sogar runter zu Sabines Eltern um dort Lasagne und Tiramisu vorzubereiten.f

Abends gab es dann wie jedes Jahr zur Lagerfete ein buntes Buffet, mit Hotdogs, Salaten, Lasagne, Pudding, Obstsalat und und und. Ich denke, dass für jeden etwas dabei war. Nach dem Essen wurde schnell gespült, und dann fanden sich alle am Lagerfeuer ein, wo noch einige Spiele veranstaltet wurden. Als erstes „ehrte“ Thorsten noch einige Lagerteilnehmer, die beim Stadtspiel am besten abgeschrieben, ähm gewonnen haben J Auch Thorsten bekam dafür, dass er das die alleinige Lagerleitung übernommen hatte, reichlich Beifall.

Im Laufe des Abends fand noch eine Lagerhochzeit statt, es wurde gesungen und ein paar nette Spielchen gespielt. Nach und nach verschwanden dann auch alle in ihren Zelte und zum letzten Mal in diesem Lager kehrte „Nachtruhe“ ein.

Am Samstag wurden dann die restlich Zelte abgebaut und im Bus, bzw. dem Anhänger verstaut. Das letzte Mittagessen gab es gemütlich im Gras und schon kurz danach fand die Schlussrunde am Bannermast statt. Nach dem Einholen der Banner bestiegen wir dann auch schon den Bus, der einer Sauna ähnelte und waren bald schon auf dem Weg zurück nach Hause.

Ja, schnell war das Lager vorbei, aber trotz gelegentlicher Unstimmigkeiten, war es wieder ein schönes Lager. Hiermit danke ich mal wieder allen, die das möglich gemacht haben und hoffe, dass es noch viele schöne Lager geben wird !!!